Kobudo
Kampfkunst, Martial Arts mit asiatischen Kampfsportwaffen
Kobudo stammt wie Karate aus Okinawa/Japan und ist eine traditionelle Kampfkunst mit verschiedenen asiatischen Waffen wie Nunchaku (kurzer Dreschflegel), Bo (ein 1.80 langer Stock), Tonfa (Schlagstock), Sai (Gabel), Kama (Sichel) usw. Kobudo ist die wohl wirkungsvollste Kampfkunst ausschliesslich mit fernöstlichen Kampfsportwaffen. Da die Basis von Kobudo und Karate (Stellungen, Angriffe, Blockbewegungen etc.) die gleiche ist, sind es vor allem Karatekas, die Kobudo zusätzlich zum Karate praktizieren.
Anfängerunterricht Kobudo
Sechs Kobudokas der Kampfsportschule Aarau bestehen Kobudo-Schwarzgurtprüfungen im Int. Kobudo-Seminar in Thonon-les-Bains (F)! Das gab es in der langjährigen Geschichte der Kampfsportschule Aarau bis am 26.7.2024 noch nie, dass gleich sechs Karate- oder Kobudokas der Kampfsportschule Aarau miteinander Schwarzgurtprüfungen absolvierten (vgl. Newsbericht) Ismet Duro und Karin Lüscher erfolgreich die Prüfung zur höheren Kobudo-Schwarzgurtprüfung zum 2. Dan und Lukas Hirrlinger, Tanja Morandi, Georges Nothbaar und Marcel Schöni bestanden die Prüfung zum Kobudo-Schwarzgurt 1. Dan.
Tanja Morandi, Karin Lüscher, Sensei Alphonse Francine WOF Head-Instructor, Ismet Duro, Sensei Maurice Roggero WOF Head-Instructor und Leiter des Seminars in Thonon-les-Bains, Georges Nothbaar, Marcel Schöni, Lukas Hirrlinger (v.l.n.r.)
Kobudo Demonstration in der Kampfsportschule Aarau
Im Gegensatz zu anderen japanischen oder chinesischen Kampfsystemen, welche Waffen wie Schwert, Hellebarde, Lanze usw. benutzen, liegt die Besonderheit beim Kobudo darin, dass die Waffen meist einen handwerklichen Hintergrund besitzen. So waren die Kobudo-Waffen ursprünglich Bauernwerkzeuge und Alltagsgegenstände, die in Okinawa (Japan) ausschliesslich zur Selbstverteidigung eingesetzt wurden.
Kobudokas der Kampfsportschule Aarau: Spezialisten für asiatische Kampfsportwaffen. Ein Teil der Kobudokas praktiziert ebenfalls Karate. Unter den Kobudokas sind fünf Karate-Schwarzgurtträger der Kampfsportschule Aarau.
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@kampfsportschule.aarau Kobudo. Jo gegen Tonfa. Im Okinawa Kobudo ist die Kampfsportschule Aarau Mitglied der World Oshukai Federation, weltweit grösster Verband für Kobudo #kobudo #matayoshikobudo #tonfa #kobudookinawa ♬ Originalton – Kampfsportschule Aarau
@kampfsportschule.aarau Kobudo. Nunchaku 3teilig gegen Tonfa. Okinawa Kobudo Oshukai. #kobudo #schweiz #nunchaku #sansetsukon #matayoshikobudo #kobudookinawa #kampfsport ♬ Originalton – Kampfsportschule Aarau
Die Basiswaffen des Kobudo werden untenstehend präsentiert von Michael Waldmeier, Leiter Kobudo und Leiter Erwachsenen Karate der Kampfsportschule Aarau und Tierarzt.
Das Nunchaku (ヌンチャク, jap. zwei gleiche Holzteile) ist die bekannteste Waffe des Kobudo, ursprünglich von den Bauern Okinawas (Japan) als Dreschflegel genutzt. Sie ist eine der berüchtigsten Waffen der Kampfkünste, der Martial Arts generell.
Kobudo entstand im 16. Jahrhundert auf der Insel Okinawa. Zu dieser Zeit der japanischen Besatzung hatten Bewohner von Okinawa hohe Steuern zu bezahlen. Das Tragen von Schwertern und anderen Waffen war ihnen von der Besatzungsmacht verboten worden.
Internationales Kobudo-Lager der W.O.F. in Thonon-les-Bains (F) am Genfersee mit Kobudo-Grossmeister Kenyu Chinen und Teilnehmern der Kampfsportschule Aarau.
Kobudokas der Kampfsportschule Aarau nehmen jedes Jahr an diesem Kobudo-Sommerlager teil wie hier 2024.
Um sich gegen die besetzenden Samurais verteidigen zu können, entwickelten die Bauern und Fischer auf Okinawa Waffensysteme, bei denen sie landwirtschaftliche Geräte, Alltagsgegenstände und Werkzeuge zu Waffen umfunktionierten: Da diese nicht den Charakter von Waffen darstellten, war das Tragen dieser erlaubt. So wurde zum Beispiel der Dreschflegel zum Nunchaku und der Stock zum Bo. Das Tonfa wurde als Kurbel an Mühlsteinen verwendet.
Die Entwicklung des Kobudo wird vor allem der einfachen „Arbeiterschaft“ Okinawas zugeschrieben.
Der Bo (棒, jap. Stock, okinawesisch „Kun“) ist ein 1.80 langer Stock und ist die Hauptwaffe des Kobudo. In der traditionellen Verwendung wurde er zum Tragen von Wasser oder anderen Lasten (z.B. Früchte) benutzt. Bei schweren Lasten wurde er von zwei Trägern verwendet.
Kobudo und Karate als Martial Arts bildete früher eine Einheit
Da sich Kobudo parallel zum Karate entwickelte (Kobudo als Selbstverteidigung mit asiatischen Waffen, Karate als waffenlose Art der Selbstverteidigung), entsprechen die Stellungen, Angriffe und Blockbewegungen denen des Karate. Kobudo und Karate bildete früher eine Einheit. Erst im Laufe der Zeit trennten sich die Wege von Karate und Kobudo.
Das heutige Kobudo wird sehr oft zusätzlich zu einer waffenlosen Kampfsportart betrieben. Karatekas schätzen beispielsweise die z.T. runden fortlaufenden Bewegungen des Kobudo und betreiben gerne Kobudo, um ihre waffenlose “primäre Kampfsportart” zu erweitern bzw. zur Selbstverteidigung und Nahkampf mit asiatischen Waffen.
Karate-Grundkenntnisse sind für Kobudo von Vorteil, jedoch nicht Bedingung.
Tonfa (トンファー, okinawesisch „Tunkuwa“, heisst hölzerne Rute) und Sai (釵, jap. Metallgabel) werden im Kobudo stets paarweise eingesetzt. Das Tonfa wurde früher als Kurbel an Mühlsteinen und der Sai als Mist-/Heugabel gebraucht.
Wie wird Kobudo trainiert?
Kobudo wird hauptsächlich in Hojundos (das Üben einzelner Basis-Techniken) und in Katas (vorgeschriebener Ablauf in Formen) geübt. Dies wird ergänzt durch verschiedene Arten von Kampf-Partneranwendungen, Katas (Kumiwaza, Bunkai), Selbstverteidigung und Nahkampf sowie Bo-Hojundos. Die Schüler lernen die Waffen Bo, Nunchaku, Sai, Tonfa usw. Der Bo ist die wichtigste Waffe und Basis-Waffe des Kobudo; vom Bo gibt es mit Abstand am meisten Katas im Vergleich zu den anderen Kobudo-Waffen.
Beeinflusst das Trainieren von Kobudo meine allfällige Mitgliedschaft in anderen Karate-/Kampfsportschulen oder Verbänden?
Nein, in keinster Weise.
Grossmeister Kenyu Chinen (l) ist Gründer und Chefinstruktor des weltweit grössten Kobudo-Verbandes World Oshukai Federation (W.O.F.) mit 250 Dojos in Europa, Nord- und Südamerika und Afrika. Kenyu Chinen ist der berühmteste von Okinawa-Kobudo-Grossmeister Shinpo Matayoshi (1921 – 1997) ausgebildete Kobudo-Experte weltweit. Schulleiter Dieter Lüscher und Karate- und Kobudo-Instruktor Michael Waldmeier haben Kobudo u.a. direkt von Kenyu Chinen gelernt.
Kobudo Bo Kata Choun No Kon von Michael Waldmeier, Kobudo-Instruktor Kampfsportschule Aarau
Doppel Nunchaku Flash mit Dieter Lüscher, Schulleiter Kampfsportschule Aarau
Aus dem Archiv: Doppel Nunchaku-Kata mit Dieter Lüscher, Schulleiter Kampfsportschule Aarau anlässlich der Kampfsport-Gala in Aarau
Weitere Kobudo-Videos der Kampfsportschule Aarau
Das Bestreben der Kampfsportschule gilt dem Lehren des traditionellen Okinawa Kobudo (Matayoshi Kobudo), so wie es die Meister Okinawas entwickelten und lehrten. Die Kampfsportschule Aarau ist im Kobudo Mitglied der World Oshukai Federation (W.O.F.). Die W.O.F. ist der grösste Kobudo-Verband weltweit.
Kobudo-Instruktor der Kampfsportschule Aarau ist Michael Waldmeier, der auch Karate-Instruktor ist. Er zählt zusammen mit dem Schulleiter Dieter Lüscher zu den wenigen Kobudo-Instruktoren der Schweiz. Beide haben Kobudo u.a. aus direkter Hand von Kobudo-Grossmeister Kenyu Chinen gelernt. Das waffenlose Karate und Kobudo mit asiatischen Waffen bilden eine der optimalsten Voraussetzungen zur effektiven Selbstverteidigung.
Das Nunchaku wird im Kobudo auch zum Abwehren von verschiedenen Angriffen eingesetz.
Das Tonfa wird ebenfalls von Polizeikräften zur Selbstverteidigung genutzt; in dieser Verwendung jedoch nur als eine Art Schlagstock, mit dem ebenfalls gehebelt werden kann. Diese Art der Nutzung hat jedoch nichts mit der klassischen Anwendung des Kobudo-Tonfa gemeinsam, bei welcher das Tonfa grundsätzlich paarweise benutzt wird.
Strand in Okinawa/Japan. Diese japanische Insel ist die Geburtsstätte von Kobudo und Karate – Traditonal Martial Arts.
Ethik-Kodex der Kampfsportschule Aarau
Weiterführende Infos:
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